Die Qualitätsanalyse - „Schulinspektion“ an der Hauptschule Balve

Nach einem Vorgespräch Anfang November, einer Schulbegehung und Info-Konferenz am 17. Dezember 2009 (zu diesem Zeitpunkt mussten wir auch unser Schulportfolio, d.h. ca. sechs Aktenordner voller Konzepte, Lehr- und Lernpläne, Schulprogramm etc. abgeben) besuchten uns die beiden Qualitätsprüfer vom 8. bis 10. Februar 2010 mit einem vollen Programm. So besuchten sie uns morgens knapp 40 Unterrichtseinheiten von je 20 Minuten Dauer. Sie führten Gespräche mit einer Gruppe Schüler/innen, einer Eltern­gruppe, mit der Sekretärin, dem Hausmeister, der Schulsozialarbeiterin, der „Küchenfee“ und der Schulleitung.

Die Prüfer vergaben nach über 150 Kriterien insgesamt 25 Beurteilungen. Die Beurteilungsmöglichkeiten hießen: vorbildlich, eher stark, eher schwach und dringend entwicklungsbedürftig. Ein erstes, noch nicht sehr genaues Ergebnis hielten wir in einer Konferenz am 10. Februar. Jetzt liegt das ausführliche Ergebnis vor und wir alle, die sich für unsere Schule mitverantwortlich aktiv einsetzen, können stolz darauf sein.

In sieben Bereichen (Personale Kompetenzen, Zufriedenheit der Beteiligten, Schülerbetreuung, Lebensraum Schule, Soziales Klima, Partizipation und Ressourcenmanagement) erhielten wir die Bestnote.

Vier Bereiche (Schulinternes Curriculum, Unterstützung eines aktiven Lern­prozesses, individuelle Förderung und schulinterne Evaluation) sind als eher schwach beurteilt worden. Hier liegt unsere gemeinsame zukünftige Aufgabe.

Alle anderen vierzehn Bereiche (u.a. Schlüsselkompetenzen, Leistungsanforderungen, Leistungsbewertung, fachliche und didaktische Gestaltung des Unterrichts, Lernumgebung und Atmosphäre, Außerschulische Kooperation und Schulprogramm) sind mit der zweitbesten Note beurteilt worden.

Trotz oder vielleicht besser wegen dieses guten Ergebnisses werden wir hart daran arbeiten, noch mehr „vorbildlich“ zu erreichen und dazu brauchen wir die Unterstützung und Mitarbeit aller an der Hauptschule Balve beteiligten Menschen.

 

Kurzprofil der Gemeinschaftshauptschule Balve

QB 1: Ergebnisse der Schule

Stufe 4

Stufe 3

Stufe 2

Stufe 1

1.1 Abschlüsse

nicht bewertet

1.2 Fachkompetenzen

nicht bewertet

1.3 Personale Kompetenzen

X

 

 

 

1.4 Schlüsselkompetenzen

 

X

 

 

1.5 Zufriedenheit der Beteiligten

X

 

 

 

QB 2: Unterricht - Lernen und Lehren

Stufe 4

Stufe 3

Stufe 2

Stufe 1

2.1 Schulinternes Curriculum

 

 

X

 

2.2 Leistungskonzept – Leistungsanforderung und -bewertung

 

X

 

2.3 Unterricht – fachliche und didaktische Gestaltung

 

X

 

2.4 Unterricht - Unterstützung eines aktiven Lernprozesses

 

X

2.5 Unterricht - Lernumgebung und Lernatmosphäre

 

X

 

2.6 Individuelle Förderung und Unterstützung

 

X

2.7 Schülerbetreuung

X

 

QB 3: Schulkultur

Stufe 4

Stufe 3

Stufe 2

Stufe 1

3.1 Lebensraum Schule

X

 

 

  

3.2 Soziales Klima

X

 

 

  

3.3 Ausstattung und Gestaltung des Schulgebäudes und Schulgeländes

 

X

 

  

3.4 Partizipation

X

 

   

3.5 Außerschulische Kooperation

X

 

   

QB 4: Führung und Schulmanagement

Stufe 4

Stufe 3

Stufe 2

Stufe 1

4.1 Führungsverantwortung der Schulleitung

 

X

 

4.2 Unterrichtsorganisation

 

X

 

4.3 Qualitätsentwicklung

X

 

 

4.4 Ressourcenmanagement

X

 

 

4.5 Arbeitsbedingungen

nicht bewertet

QB 5: Professionalität der Lehrkräfte

Stufe 4

Stufe 3

Stufe 2

Stufe 1

5.1 Personaleinsatz

  

X

 

 

5.2 Weiterentwicklung beruflicher Kompetenzen

  

X

 

 

5.3 Kooperation der Lehrkräfte

  

X

 

 

QB 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung

Stufe 4

Stufe 3

Stufe 2

Stufe 1

6.1 Schulprogramm

  

X

 

 

6.2 Schulinterne Evaluation

  

 

X

 

6.3 Umsetzungsplanung/Jahresarbeitsplan

 

X

 

 

 

 

Zentrale Befunde der Qualitätsanalyse

Rahmenbedingungen

Die Gemeinschaftshauptschule Balve arbeitet nach Einschätzung des Qualitätsteams unter schlechten äußeren Rahmenbedingungen, was insbesondere den Zustand und die Ausstattung des Schulgebäudes betrifft.

Stärken

Die Schule hat in jahrelanger vorbildlicher Arbeit in verschiedenen Aspekten des NRW-Qualitäts­tableaus ein starkes Fundament für ihre Weiterentwicklung geschaffen.

è    Der Qualitätsbereich Schulkultur ist nahezu durchgängig als vorbildlich zu bewerten und wird nur eingeschränkt durch den Zustand des Gebäudes. Trotz eingeschränkter baulicher Bedingungen nutzt die Schule ihren Gestaltungsspielraum umfassend aus. Das soziale Klima an der Gemeinschaftshauptschule Balve wird durch klare Regeln, konsequentes und einheitliches Handeln der Lehrkräfte, einen respektvollen und freundlichen Umgang zwischen allen Beteiligten und ein akzeptiertes Beschwerdemanagement geprägt. Der Informationsfluss zwischen allen Beteiligten gelingt auf hohem Niveau, ebenso die aktive Beteiligung von Schülern und Eltern am Schulleben.

è    Der Schule gelingt es ebenso in vorbildlicher Weise eine verlässliche, zielgerichtete Betreuung, Beratung und Begleitung der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten. Der Aspekt der Berufsorientierung mit vielfältigen in allen Jahrgangsstufen verankerten Themen und Projekten, vertraglich gesicherten Kooperationspartnern sowie einem sehr gut ausgestattetem und stark nachgefragtem Berufsorientierungsbüro gehört genauso dazu wie die Schulsozialarbeit mit inner- und außerschulischen Projekten und die Beratungskompetenz und Beratungsbereitschaft aller Lehrkräfte.

è    Die personalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler werden vielfältig gefördert. Streitschlichterausbildung und -einsatz, das eigenverantwortliche Organisieren und Bewirtschaften des Pausenverkaufs sowie des Schulladens, die Aufsichten während der Mittagspause (z. B. im Disco- und Kickerraum), die eigenständige Leitung von Arbeitsgemeinschaften, die Mitwirkung bei der Theater-AG oder der Tanzgruppe können stellvertretend als Beispiele genannt werden.

è    Das Ressourcenmanagement gelingt der Schule ebenso vorbildlich wie die Berücksichtigung von Kompetenzen und Interessen der Lehrkräfte und externen Fachkräften beim Personaleinsatz.

è    Die vielfältige und langjährige gute Arbeit in den genannten Aspekten führt zu einer hohen Zufriedenheit aller Beteiligten, die wiederum durch den baulichen Zustand des Schulgebäudes eingeschränkt wird.

è    In der eingesehenen Unterrichtspraxis sind Positiva in der fachlichen und didaktischen Gestaltung ablesbar und eine die Lernbereitschaft fördernde Lernumgebung zu beobachten. Das Vorgehen der Lehrkräfte ist transparent und nachvollziehbar, die Medien und Arbeitsmittel sind nahezu durchgängig gut ausgewählt.

Entwicklungsbedarfe

Die im Folgenden aufgeführten Handlungsbedarfe verstehen sich vor dem Hintergrund der im Schulprofil sichtbar dominierenden Stärken der Schule und können umso zügiger angegangen und umgesetzt werden.

è    Vordringlicher Handlungsbedarf besteht in der Unterstützung eines aktiven Lernprozesses bei den Schülerinnen und Schülern und der individuellen Förderung im Unterricht in allen Jahrgangsstufen. Schülerinnen und Schüler benötigen in größerem Umfang geeignete Aufgaben, die entdeckendes Lernen fördern. Es sind solche Unterrichtsformen in allen Jahrgangsstufen zu stärken, die Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Kooperation in funktionalen Rollen der Schülerinnen und Schüler fördern: dazu gehören binnendifferenzierende Maßnahmen im Regelunterricht (niveaudifferente Aufgabenstellungen). Vorhandene Kompetenzen im Kollegium können hier genutzt werden.

è    Ebenso vordringlich ist die Erstellung eines Konzeptes zur Individuellen Förderung. Dieses sollte Aussagen zur Diagnose, zur systematischen Förderung leistungsschwacher und leistungsstarker Schülerinnen und Schüler im Regel- und Förderunterricht sowie zu einer systemisch angelegten Sprachförderung in allen Fächern enthalten.

è    Die schuleigenen Lehrpläne in Mathematik und Englisch sollten nach Vorbild des Lehrplans Deutsch erstellt werden. Gleiches gilt für einen Großteil der Fächer in der Fächergruppe 2.

è    Grundlage für die weitere Arbeit sollte der Ausbau der Teamarbeit im Lehrerkollegium sein, die über das parallele Arbeiten in Jahrgangsstufen hinausgeht.

è    Ebenso sind im Rahmen der schulinternen Evaluation die Lernstandserhebungen und Zentralen Prüfungen detaillierter auszuwerten, wobei die Konsequenzen in die Lehrpläne einfließen sollten. Insgesamt gilt es die Erhebung von Daten – als Grundlage und Überprüfung der weiteren Entwicklung – stärker im Schulalltag zu verankern.

è    Die stärkere Beteiligung der Eltern und der Schülerschaft an der Schulprogrammarbeit und am Schulentwicklungsprozess ist im Rahmen der Möglichkeiten wünschenswert.